Ich musste schmunzeln und konnte nicht anders, als diesen Satz noch einmal zu lesen. Und dann noch einmal. Und wurde nachdenklich - würde ich?
Wir alle haben diese Momente: Wir machen etwas, weil es „wichtig" ist. Weil es gemacht werden muss. Weil alle es so machen. Aber wenn Sie sich diesen Tag, diese Woche, diesen Monat später als Film anschauen müssten - wäre er sehenswert? Oder würden Sie vorspulen?
Ich habe keine fertige Antwort darauf. Aber ich glaube, die Frage allein ist wertvoll. Weil sie uns dazu zwingt, innezuhalten und ehrlich zu sein: Verbringe ich meine Zeit wirklich mit dem, was zählt? Oder renne ich nur hinterher, was angeblich zählen sollte?
Die meisten von uns sind physisch präsent - am Esstisch, im Meetingraum, beim Wochenendausflug. Aber wie oft sind wir wirklich da? Wie oft ist unsere Aufmerksamkeit schon beim nächsten To-Do, beim nächsten Call, beim nächsten Problem?
Und vor allem: Wenn wir irgendwann auf unser Leben zurückblicken - werden wir dann stolz sein auf das, was wir erlebt haben? Oder werden wir uns fragen, warum wir nicht mutiger waren, mehr Risiken eingegangen sind, mehr Zeit mit den Menschen verbracht haben, die uns wirklich wichtig sind?
Was hat das mit Arbeit zu tun?
Alles. Wir leben in einer Zeit, in der Arbeit oft alles dominiert. 50-Stunden-Wochen gelten als normal, ständige Erreichbarkeit als selbstverständlich. Und wer sagt „Ich muss pünktlich gehen, meine Tochter hat heute Geburtstag", muss sich manchmal noch rechtfertigen.
Dabei ist längst klar, dass diese Logik nicht aufgeht. Nicht für die Menschen. Und auch nicht für die Unternehmen.
Wir sind Mitglied im Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie" - nicht, weil es gut klingt im Marketing, sondern aus Überzeugung. Weil wir glauben, dass echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf kein Nice-to-have ist, sondern eine Notwendigkeit. Für zufriedene Mitarbeiter. Für produktive Teams. Und letztlich für erfolgreiche Unternehmen.
Das Netzwerk wurde vom Bundesfamilienministerium und der Wirtschaft gemeinsam gegründet, um Unternehmen dabei zu unterstützen, familienfreundliche Arbeitsmodelle umzusetzen. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Möglichkeiten, Elternzeit ohne Karriereknick, Unterstützung bei Pflegeverantwortung - all das sind keine Luxusthemen. Sie sind existenziell. Und sie funktionieren nur, wenn Unternehmen sie ernst nehmen.
Denn was bringt es, wenn wir uns einreden, dass Karriere alles ist - und irgendwann feststellen, dass wir die wichtigsten Momente verpasst haben? Dass unsere Kinder erwachsen geworden sind, während wir im Büro saßen. Dass wir nie wirklich Zeit mit den Menschen hatten, die uns wichtig sind.
Quality Time statt physischer Anwesenheit
Es geht nicht darum, wie viele Stunden wir am Esstisch sitzen. Es geht darum, ob wir wirklich anwesend sind, wenn wir da sind. Ob wir zuhören, wenn unsere Kinder erzählen. Ob wir lachen, wenn wir mit Freunden unterwegs sind. Ob wir leben, statt nur zu funktionieren.
Das bedeutet nicht, dass Arbeit unwichtig ist. Aber es bedeutet, dass wir uns bewusst machen sollten, wie wir unsere Zeit verbringen. Und dass wir Strukturen schaffen - für uns selbst und für unsere Teams -, die echtes Leben ermöglichen. Denn am Ende wird niemand auf dem Sterbebett sagen: „Ich hätte gerne mehr Zeit im Büro verbracht."
Ich habe keine perfekte Antwort für all das. Keine Formel, die alles einfach macht. Aber ich glaube, die Frage von dieser Heckscheibe ist ein guter Anfang:
Wenn Dein Leben ein Film wäre - würdest Du ihn Dir anschauen?
Und wenn Sie mit der Antwort zögern - vielleicht ist es Zeit, das Drehbuch zu ändern. Bevor der Abspann läuft.