Barrierefreiheit ist kein Extra. Sie ist ein Muss

Incentive-Reisen sollen verbinden. Sie sollen Erlebnisse schaffen, die das ganze Team gemeinsam teilt. Doch wie inklusiv ist ein Event wirklich, wenn nicht alle gleichermaßen teilnehmen können?

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Captain's Log
Last Updated:
30. September 2025
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Barrierefreiheit bedeutet weit mehr als Rampen und breite Türen. Es geht um Selbstständigkeit, Komfort und die Möglichkeit, jede Programmetappe ohne Hürden zu erleben - von der Anreise über die Unterkunft bis hin zu den Aktivitäten. Das kann spezielle Transportlösungen, barrierefreie Meetingräume, angepasste Freizeitangebote oder visuelle und auditive Unterstützungssysteme umfassen. Und nach unserer Erfahrung sorgt genau das für einen noch stärkeren Zusammenhalt im Team - weil Kolleginnen und Kollegen ganz selbstverständlich dort mit anpacken, wo es gebraucht wird.

Für die Betroffenen ist das keine „Zusatzleistung“. Es ist die Grundvoraussetzung, überhaupt teilnehmen zu können - und sich als vollwertiger Teil des Teams zu fühlen.

Während meiner Studienzeit an der Universitat de les Illes Balears (UIB) in Palma erlebte ich Inklusion auf einem völlig neuen Level. Ein Kommilitone einer Parallelklasse, der im Rollstuhl saß und keine Beine hatte, war in den Pausen stets von lachenden Kommilitonen umgeben, weil er unheimlich gesellig und witzig war. Am Wochenende ging er mit ihnen in die Clubs der Stadt, sprang aus dem Rollstuhl und legte beeindruckende Breakdance-Einlagen auf seinen Händen hin, bevor er sich wieder zurück in den Rollstuhl schwang und an seinem Drink nippte. Der Rollstuhl hinderte ihn nicht daran, das Leben eines Studenten ohne Einschränkungen zu führen - mit einem ganz klassischen Freundeskreis. Wenn nicht sogar mehr als das: Er war eigentlich der Mittelpunkt seiner Klasse. Dieses Erlebnis hat mich zutiefst beeindruckt. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland sah ich erneut die Parallelgesellschaft, in der Menschen mit Beeinträchtigungen hierzulande leider oft leben - mit spürbarer, wenn auch unausgesprochener, gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Deshalb betrachten wir bei der Planung jedes Incentives das gesamte Erlebnis. Wir hören zu, fragen gezielt nach individuellen Bedürfnissen und gestalten Programme so, dass wirklich alle mitmachen können - ohne Kompromisse. Manchmal bedeutet das, Aktivitäten neu zu denken, andere Locations auszuwählen oder Partner einzubinden, die auf Inklusion spezialisiert sind.

Wer hier nur nach Schema F plant, nimmt in Kauf, dass Menschen außen vor bleiben. Und genau das widerspricht unseren Werten und dem Gedanken eines Incentives.

Inklusion beginnt in der Planung. Und sie zeigt, wie ernst man es meint, wenn man sagt: Wir machen ein Event für alle.